Die Geschichte des Geburtshauses reicht lange zurück. Geburtshilfe lag immer schon in Hebammen-, d.h. in Frauenhänden. Nicht immer hatten die Hebammen eine derart qualifizierte, medizinische Ausbildung, wie es heutzutage z.B. in Deutschland der Fall ist. Damals lernten sie von ihren eigenen Geburten, vom Unterstützen der anderen Frauen bei deren Geburten, aus den Erzählungen der alten, weisen Frauen (in Frankreich heißt Hebamme: "sage femme" = "weise Frau"). |
Geburtshäuser sind kein Modegag |
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Die Hebammemit HerzundVerstand |
Sie wußten mit Kräutern umzugehen, kannten Griffe, um das Kind notfalls unter der Geburt noch in die richtige Lage zu drehen, konnten sowohl bei ungewollten Schwangerschaften, als auch bei Stillproblemen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Sie wußten in allen Lebenslagen zu helfen und hatten in der Gemeinschaft ein großes Ansehen. In ihrem Haus richteten sie oft ein Zimmer für Geburten und Wochenbettstuben ein. In sogenannten Entbindungsheimen wurden die Frauen, die dort gebaren, die ersten Tage des Wochenbetts von der Hebamme mitversorgt. So waren sie von zu Hause weg, mußten nicht am Tag nach der Geburt wieder arbeiten und konnten die Zeit mit dem Neugeborenen genießen. Die Hebamme konnte den Raum für Geburten optimal einrichten, er war beheizbar, was damals nicht selbstverständlich war. Sie mußte im Wochenbett nicht täglich weite Strecken zurücklegen, um die Frauen zu Hause zu besuchen. Solche Entbindungsheime gab es zum Teil bis vor einigen Jahren; bei Komplikationen wurde ein Arzt gerufen; Geburt war ein Teil des alltäglichen Lebens. |
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In Nannhofen, ca. 30 km westlich von München, haben wir vor 4 Jahren eine Etage eines fast 100 Jahre alten Jugendstilhauses umgebaut und für ambulante Geburten eingerichtet. Wir, das sind 4 freiberufliche Hebammen, die eine frauenorientierte und selbstbestimmte Geburtshilfe anbieten, eine Alternative für die Frauen, die nicht ins Krankenhaus gehen wollen und aus den verschiedensten Gründen auch nicht zu Hause bleiben können. |
4 Jahre Geburtshaus in Nannhofen |
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Schwangerschaftsbetreuungrundum |
Wir betreuen die Frauen z.T. vom Schwangerschaftsbeginn an, machen Schwangerenvorsorgeuntersuchungen, Beratungen bei Schwangerschaftsbeschwerden wie z.B. Übelkeit, vorzeitige Wehen, Odemen etc. in unseren Praxisräumen oder bei den Frauen zu Hause. Auch die Betreuung von Fehlgeburten gehört zu unserem Aufgabengebiet. Geburtsvorbereitungskurse werden von uns und von zwei Geburtsvorbereiterinnen angeboten; so kann "Frau" zwischen offenen, geschlossenen oder Wochenendkursen wählen, für Frauen, Paare oder Alleinerziehende. Bauchtanz, Abendkurse und Säuglingspflege gehören ebenso zum Angebot wie nach der Geburt Rückbildungsgymnastik, Babymassage, Still- und Mutter-Kind-Gruppen. |
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Die Frauen entscheiden selbst, ob sie die Vorsorgen nur bei den Hebammen oder bei Hebamme und Arzt abwechselnd machen lassen. Für eine sogenannte außerklinische Geburt ist es sehr wichtig, daß die Frau und die Hebamme einen guten Kontakt und gegenseitiges Vertrauen haben. Spätestens 6 Wochen vor der Geburt sollten die Frauen sich anmelden, wenn sie ihr Kind im Geburtshaus auf die Welt bringen wollen. Da nicht geplant werden kann, wann ein Kind sich ankündigt, müssen wir Hebammen Tag + Nacht über Handy abrufbereit sein. |
Die werdende Mutter entscheidet selbst |
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Wenn der Augenblick naht... |
Die erste Wehenzeit wird meistens noch zuhause verbracht, erst wenn die Wehen regelmäßig sind, die Frau sich zuhause nicht mehr wohlfühlt, macht sie sich mit ihrem Partner, manchmal auch noch mit einer Freundin oder sogar mit den größeren Kindern auf den Weg ins Geburtshaus, wo sie während der gesamten Geburt von einer, bei längerer Geburt auch von zwei Hebammen betreut wird. |
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Da eine Geburt viel Energie kostet, können (und sollten) die Frau und ihre Geburtsbegleiter sich aus dem mitgebrachten Essenskorb stärken. Die Gebärposition wählt jede Frau selbst und nach der Geburt des Kindes ist erstmal viel Zeit, im großen Bett den Neuankömmling zu begrüßen und erste Stillversuche zu unternehmen. Zwei bis drei Stunden nach der Geburt, wenn die Frau geduscht und etwas gegessen hat und sich fit fühlt, tritt die neue Familie die Heimreise an. |
Es ist soweit, ...geschafft |
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Nimm Dir Zeit und nicht das Leben! |
Im Wochenbett ist es wichtig, daß die Wöchnerin und das Neugeborene gut versorgt sind, der Vater sollte Urlaub nehmen, Freunde, Großeltern können beim Einkaufen und bei der Betreuung der größeren Kinder helfen. |
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Die Hebamme kommt die ersten Tage nach der Geburt täglich und kontrolliert u.a. die Nabelheilung beim Baby, die Rückbildung der Gebärmutter, berät bei Stillproblemen und allen anderen Fragen zum Leben mit einem Neugeborenen. Bis die Familie gut ohne "fachliche" Hilfe auskommen kann, kommt die Hebamme nach Bedarf. Die Krankenkasse zahlt Wochenbettbesuche, bis das Kind 8 Wochen alt ist. |
Auch danach kümmert sich die Hebamme um das Wohl von Baby und Mutti |
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Hebammen sind aber keineHeilsarmee |
Alle Hebammenleistungen in Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett übernimmt die Krankenkasse. Was sie meist leider nicht übernimmt, ist die Selbstbeteiligung von DM 400,- Rufbereitschaft für die Hebammen und DM 400,- Raumnutzungsgebühr für das Geburtshaus. Es ist ratsam auf jeden Fall bei der Krankenkasse eine Kostenerstattung zu beantragen, da eine Hausgeburt im Vergleich zu einer Krankenhausgeburt wesentlich kostengünstiger ist. |
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Noch ein Wort zu den sogenannten "Komplikationen": Geburt ist keine Krankheit und Hebammen sind ausgebildet, normale Geburten ohne Hinzuziehung eines Arztes durchzuführen. Dazu gehört auch, rechtzeitig zu erkennen, wenn eine Geburt nicht im Geburtshaus beendet werden kann. Dann verlegen wir die Gebärende ins Kreiskrankenhaus Fürstenfeldbruck, 10 Minuten von Nannhofen entfernt. Dort übernimmt ein engagiertes, mit uns gut zusammenarbeitendes Hebammen- und Ärzteteam - mit der dann notwendigen, medizinischen Technik - die weitere Betreuung. |
Hebammen sind "weise Frauen",aber keine Göttinnen.Ärzte für Notfälle sind unentbehrlich. |
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Die Geburt ein Spiegel |
In den letzten 10 Jahren sind in Deutschland über 50 Geburtshäuser neu entstanden, jeden Monat werden weitere gegründet. Ein neuer Trend entsteht, hin zu mehr Selbstbestimmung, Menschlichkeit, Wärme und Achtung vor diesem so wichtigen Moment in unserem Leben, denn - so wie wir mit Geburt umgehen, so gehen wir mit unserem Leben um! |
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Geburtshaus Nannhofen bei München
Eine kleine Einführung zum Thema Stillen
- keine Frage
Familie Kirschner Ernährungsindustrie |
| Manche finden meine Initiative für Hausgeburt aggressiv bis verrückt wie man im Forum bei www.brigitte.de mitlesen kann. Manche stören sich an gewissen Formulierungen. Trotzdem lasse ich diese Seiten wie ich sie einst verfaßt habe auf die Gefahr hin mißverstanden zu werden als bescheidene Gegenstimme zum typisch deutschen Medizinwahn in Sachen Geburt. Zum Glück gibt es noch Hebammen in Deutschland, die bereit sind, sich den üblen Nachreden und Vorhaltungen von Krankenhausgeburtsverfechtern auszuliefern oder besser gesagt entgegenzustellen. Besonderer Dank geht an unseren lieben Dr. Lehmann / Frauenarzt und seine Frau Alina / Hebamme, die bereit waren, unser 2. Kind zuhause zu entbinden, nachdem unser erstes durch Kaiserschnitt zur Welt kam und uns bis auf wenige Ausnahmen alle für verrückt erklärt hatten. Ich erspare mir und den Lesern, über die traumatische Geburt im Krankenhaus zu berichten, die mit einem Kaiserschnitt endete. Wichtiger Hinweis sei noch gestattet: Wir empfehlen niemand eine Hausgeburt, wenn Mutti und Vati Zweifel hegen. Solche "Hausgeburten" mit Zwiefel enden sowieso oft im Krankenhaus. Die Hebamme des Vertrauens entscheidet, was am besten für Mutti und Kind ist. Dafür gibt es sie ja: Hausgeburtshebammen. | |